Die Wechseljahre der Frau

Die Wechseljahre der Frau

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern ein natürlicher Bestandteil des weiblichen Lebenszyklus. Jede Frau erlebt die Wechseljahre anders: Manche Frauen empfinden sie als Einschränkung ihrer Weiblichkeit, andere als Phase neuen Selbstbewusstseins. In jedem Fall sind die Wechseljahre eine Zeit, in der Sie besonders auf Ihre Gesundheit achten müssen, denn die Hormonumstellung kann unangenehme Beschwerden verursachen und die Entstehung von Krankheiten begünstigen. Wir wollen Ihnen helfen, die Wechseljahre besser zu verstehen. Wir erklären Ihnen, welche Veränderungen in Ihrem Körper geschehen.

Alt werden ist weit mehr als ein demographisches Dilemma. Es ist Lebenskunst für Fortgeschrittene. Und von denen wird es immer mehr geben, denn jedes Jahr steigt die Lebenserwartung in Deutschland um drei Monate. Ende des 19. Jahrhunderts erlebt nur jede dritte Frau ihren 60. Geburtstag, heute sind es sogar 92,5 Prozent.

Den heutigen Frauen im Bereich der Wechseljahre steht es also zu, neue Erfahrungen zu machen, ein neues Erleben des Alters zuschaffen. Denn die Einstellung ist es, die darüber entscheidet, wie man alt wird und wie man es empfindet.

Auch haben die Wechseljahre ihre guten Seiten: Statt das leere Nest zu betrauern hat man nach dem Auszug der Kinder endlich Zeit, etwas für sich selbst zu tun. In den Urlaub fahren, Hobbys frönen, sich ein wohliges Heim schaffen, in dem man auf eigene Art entspannt – dafür bleibt endlich Zeit.

Die Wechseljahre fallen oft mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben zusammen. Dann ist es wichtig, sich neue Ziele zu setzen. Etwa eine Fremdsprache zu lernen, einen Computerkurs zu besuchen oder mehr Sport zu treiben.

Ganz wichtig ist es aber, die Wechseljahre und ihre Bedeutung für den Körper zu verstehen. Daher finden Sie auf diesen Seiten umfassende Informationen über Wechseljahre und Horme, Probleme, Behandlunsgmöglichkeiten und Risiken sowie eine optimale Lebensweise während der Wechseljahre.

Wechseljahre- was ist das?

Wann beginnen die Wechseljahre

Als Wechseljahre oder Klimakterium bezeichnet man die Lebensphase der Frau, die vom Ende der Geschlechtsreife etwa ab dem 45. Lebensjahr in das Alter ab dem 65. Lebensjahr überleitet. Mehr als zehn Millionen Frauen in Deutschland befinden sich derzeit in dieser Lebensphase. Dank des medizinischen Fortschritts und der längeren Lebenserwartung liegen die Wechseljahre heute in der Mitte des Lebens. Sie sind der Wechsel in ein neues Lebensgefühl. Oder anders gesagt: Nach den Wechseljahren beginnt noch ein volles Drittel des Lebens.

Ursache der Wechseljahre

Die Ursachen der Wechseljahre liegen im natürlichen Alterungsprozess und den damit verbundenen hormonellen Umstellungen. Beim Klimakterium handelt es sich also genau gesagt um einen physiologischen Umstellungsprozess des Körpers.

Alle Hormone im Körper unterliegen einer komplizierten Steuerung und sind in einem fein abgestimmten Regelkreis mit anderen Funktionen und Abläufen im Körper verbunden. Jede Drüse produziert so lange eigene Hormone, bis ein bestimmter Pegel im Blut erreicht ist. Das Gehirn schüttet Kontrollhormone aus, die die weitere Produktion stimulieren oder hemmen. In den Wechseljahren versucht das Gehirn die unregelmäßige Hormonausschüttung durch die Eierstöcke auszugleichen. Wenn das misslingt, muss der Körper ein neues Gleichgewicht finden. Das geschieht in einem langsamen, wechselhaften Prozess, der gewöhnlich zwischen fünf und zehn Jahre dauert.

Mit dem Ende der Fruchtbarkeit stoppt auch der hormonelle Zyklus, der Jahrzehnte lang den Biorhythmus und das Lebensgefühl der Frau maßgeblich mit bestimmt hat. Solange eine Frau fruchtbar ist, reifen in den Eierstöcken laufend Eier heran, die befruchtungsfähig sind. Das Heranreifen und die Möglichkeit, schwanger zu werden, wird durch Geschlechtshormone gesteuert, die in den Eierstöcken gebildet werden.

Die Hormone der Frau

Die wichtigsten Hormone sind Östrogene und das Gestagen Progesteron (Gelbkörperhormon). Im normalen Zyklus ist der Gelbkörper für die Produktion von Progesteron zuständig.

Die Hormone steuern das Reifen des Eis und den Eisprung, bei dem das unbefruchtete Ei aus dem so genannten Follikel herausgestoßen wird, um sich in der Gebärmutter für eine mögliche Befruchtung einzunisten. Ungefähr 400 Eisprünge erlebt eine Frau bis zum Eintreten ihrer letzten Regelblutung. Dann verändern sich die Eierstöcke, das Gewebe schrumpft und der Eisprung bleibt aus. Das hat auch Einfluss auf die Hormonproduktion. Zuerst sinkt der Gestagenspiegel im Blut, nach einigen Jahren wird auch weniger Östrogen gebildet. Zu Beginn der Wechseljahre führt der Mangel an Progesteron noch nicht zum völligen Wegfall der Menstruation. Die Regelzyklen der Frau verkürzen sich immer mehr. Typisch sind unregelmäßige Zyklen und verstärkte Blutungen.

Die Funktion der Eierstöcke geht langsam zurück und wird schließlich ganz eingestellt. Erst, wenn als Folge dieses Prozesses auch die Östrogenproduktion ausfällt, bleibt die Regelblutung aus. In diese Zeit fällt auch die letzte Regelblutung, die Menopause. Da es während der Wechseljahre zunehmend keinen Eisprung gibt, kommt es auch nicht mehr zur Bildung eines Gelbkörpers.

Uterus und Eierstöcke
Uterus und Eierstöcke

Wenn mindestens ein Jahr auch keine spontane Regelblutung mehr eingesetzt hat, ist die fruchtbare Lebensphase der Frau endgültig abgeschlossen. Während dieser Umstellungsphase treten bei rund 70 Prozent der Frauen Beschwerden unterschiedlicher Stärke auf. Bei 30 Prozent sind sie so schwer, dass sie ihr Wohlbefinden stark beeinträchtigen oder sogar behandelt werden müssen.

Ähnlich wie in der Pubertät verursacht der sich verändernde Hormonhaushalt auch Stimmungsschwankungen, die je nach Lebenssituation verstärkt werden können. In die Zeit der Wechseljahre fallen oft auch berufliche und familiäre Veränderungen.

Die Rolle der weiblichen Geschlechtshormone

Es gibt unterschiedliche Gruppen von Hormonen, eine davon bezeichnet die Geschlechtshormone. Frauen haben zwei Arten von weiblichen Geschlechtshormonen: Östrogene und Gestagene, bei Männern dominieren Androgene. In gewissen, geringeren Anteilen werden von Männern auch weibliche und von Frauen auch männliche Hormone produziert.

Das Zwischenhirn (Hypothalamus), die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und die Eierstöcke beziehungsweise die Hoden kommunizieren über Hormone miteinander, die die Prozesse aufeinander abstimmen. Das Zwischenhirn misst den Hormonspiegel im Körper. Über Botenstoffe wird die Hirnanhangsdrüse zur Hormonbildung angeregt oder in der Produktion gebremst. Es gibt mehr als 30 verschiedene Östrogene. Sie werden in den Eierstöcken oder dem Fettgewebe produziert und schaffen alle Voraussetzungen für die Sexualität und die Schwangerschaft. Östrogene sorgen für die typisch weiblichen Körpermerkmale in Figur, Haut und Behaarung. Östrogene unterstützen den Aufbau und Erhalt von Knochenmasse.

Sie haben außerdem einen positiven Einfluss auf die Cholesterinwerte. Es wird vermutet, dass Östrogene Ablagerungen in Blutgefäßen (Arteriosklerose) entgegenwirken. Weil sie Herz und Knochen schützen, sollten Frauen in den Wechseljahren vor allem Herz-Kreislauferkrankungen und Osteoporose vorbeugen.

Östrogene stabilisieren das seelische Gleichgewicht, denn sie haben einen positiven Einfluss auf das Allgemeinbefinden, unterstützen das Immunsystem und erhalten die Spannkraft der Haut.

Ihre Produktion hängt vom Menstruationszyklus ab. In der ersten Hälfte des Zyklus fördern sie die Reifung des Eis in den Eierstöcken. Östrogen signalisiert der Hypophyse die Eizellreife und löst damit indirekt den Eisprung aus. Es sorgt dafür, dass das Ei in die Gebärmutter transportiert wird und sich dort in Erwartung einer Befruchtung einnistet. Durch Östrogen wächst die Gebärmutterschleimhaut und wird gut durchblutet. Der Muttermund öffnet sich und das Gebärmutterhalssekret wird durchlässig für Spermien.

Die Östrogene begleiten eine Frau seit ihrer Geschlechtsreife, die im Durchschnitt mit 13 Jahren einsetzt. Unter ihrem Einfluss entwickelt sich ein Mädchen vom Kind zur Frau mit ihrer typischen Körperform und Proportionen sowie den Geschlechtsmerkmalen.

Mit etwa 10 Jahren bereitet sich ihr Körper auf die erste Menstruation vor, die über die Hirnanhangsdrüse und von ihr entsandte keimdrüsenanregende Hormone ausgelöst wird. Diese Hormone regen die Eierstöcke an, Östrogene zu bilden. Hat die Hormonmenge einen bestimmten Pegel erreicht, wird von der Hirnanhangsdrüse ein weiteres Hormon geschickt, das luteinisierende Hormon (LH). Es löst in den Eierstöcken den Eisprung aus und damit die Bildung des Gelbkörpers. Das Gelbkörperhormon Progesteron wiederum bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung eines befruchteten Eis vor. Durch das Östrogen hat sich die Schleimhaut kontinuierlich verdickt, das Progesteron sorgt dafür, dass sie gut durchblutet und nährstoffreich wird. Wird das Ei nicht befruchtet, löst sich der Gelbkörper auf, die Schleimhaut wird abgebaut und die Blutung setzt ein. Es kann einige Jahre dauern bis sich der Zyklus eines jungen Mädchens auf eine Dauer von etwa 28 Tagen einpendelt.

Bei einer Befruchtung nistet sich das Ei in der Schleimhaut der Gebärmutter ein. Das Progesteron sichert dann die Erhaltung der Schwangerschaft: es sorgt für eine gute Durchblutung und eine optimale Versorgung mit Nährstoffen in der Gebärmutterschleimhaut. Zudem verhindert es vorzeitige Wehen.

Ab etwa dem 40. Lebensjahr kommt dieser Zyklus ins Stocken, die Eierstöcke reagieren nicht mehr so zuverlässig auf die Kommandos der Hirnanhangsdrüse. Die Eierstöcke werden kleiner und leichter und die Blutgefäße, von denen sie versorgt werden, bilden sich zurück. Der Zyklus wird unregelmäßiger und es gibt nicht mehr jeden Monat einen Eisprung und Blutungen. Der den Zyklus steuernde Hormonspiegel sinkt in etwa 5 bis 15 Jahren schließlich soweit, dass die Monatsregel ganz ausbleibt. Nach einem Jahr ohne sie kann man davon ausgehen, dass die letzte Blutung die Menopause war und die Frau ihre fruchtbare Lebensphase abgeschlossen hat.

Hormonmangel in den Wechseljahren

Während der Wechseljahre treten Symptome und Beschwerden auf, die in Stärke und Häufigkeit des Auftretens sehr unterschiedlich sind. Je nach individuellen körperlichen, psychischen und sozialen Bedingungen kann ihre Stärke schwanken. 70 Prozent der Frauen bewerten ihre Beschwerden als mild oder kaum merklich, ein Viertel der Frauen klagt über starke Beeinträchtigungen, fünf Prozent sind sogar teilweise arbeitsunfähig.

Neben den körperlichen Beschwerden, die eindeutig den Wechseljahren zugeschrieben werden können, treten auch Symptome auf, die nicht nachweislich mit dem Sinken des Hormonspiegels in Zusammenhang stehen. Deshalb ist zur Diagnose der Wechseljahre nicht nur ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt und das Messen des Hormonspiegels notwendig, sondern außerdem eine körperliche Untersuchung.

Krankheiten, die ähnliche Symptome wie die Wechseljahre hervorrufen sind beispielsweise eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), eine Erkrankung des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) oder ein Tumor in den hormonbildenden Zellen.

Der Östrogenspiegel allein ist nicht ausreichend für eine sichere Diagnose der Wechseljahre. Typisch für das Klimakterium ist eine Erhöhung der Gonadotropine, der keimdrüsenstimulierenden Hormone, zu denen das FSH (follikelstimulierendes Hormon), das LH (luteinisierendes Hormon), das Prolaktin und das humane Menopausengonadotropin (hMG) zählen.

Besonders der FSH-Spiegel steigt während der Wechseljahre. Er steigt, weil die Anzahl der Follikel in den Wechseljahren abnimmt und die Eierstöcke nicht mehr auf die Hypophysenhormone reagieren. Als Folge verstärkt die Hypophyse die Produktion des Hypophysenhormons FSH. Erhöhte FSH-Ausschüttungen sind daher ein weiteres Indiz, um festzustellen, ob sich eine Frau in den Wechseljahren befindet und welche Phase sie gerade durchläuft. In der Postmenopause wird verringert Östrogen produziert, Nebennieren und Fettgewerbe schüttet das schwächere Hormon Östron aus.

Folgen der hormonellen Veränderung

Eine Frau ohne Menstruation, ist das überhaupt noch eine Frau? Wer die entsprechenden Broschüren aus früheren Jahren liest, bekommt ernsthafte Zweifel. Die reife Frau wird dort dargestellt als ein bemitleidenswertes Wesen, das von Hitzewallungen geschüttelt, schweißüberströmt und mit brüchigen Knochen, vertrocknet und runzelig seiner Vergreisung entgegensieht. Die einzige Lösung lautete: Verabreichungen künstlicher Hormone, um den Mangel an natürlichen Hormonen zu überdecken. Mittlerweile werden Hormontherapien nur noch äußerst überdacht empfohlen und es gilt der Grundsatz: so wenig und so kurz wie nötig.

Insgesamt reduziert sich die Hormonbildung in den Wechseljahren und danach um 80 Prozent. Viele so genannte Wechseljahresbeschwerden sind Folge dieser hormonellen Regulation.

Deren Auswirkung kann durchaus unterschiedlich wahrgenommen werden. So ist beispielsweise bekannt, dass Frauen mit vielfältigen Interessen und Aufgaben, die sie fordern und ihnen Befriedigung verschaffen, weniger von Beschwerden geplagt sind. Statistiken haben gezeigt: Berufstätige Frauen leiden weniger unter den Wechseljahren als Hausfrauen und gut ausgebildete weniger als ungebildete. Eine Ursache für diese unterschiedliche Wahrnehmung könnte in der Aufklärung über die Vorgänge im Körper und die Konzentration auf einen aktiven Lebensstil liegen.

So haben etwa 15 Prozent der Frauen keinerlei Beschwerden. Mehr als die Hälfte empfinden die Wechseljahrsymptome als mild und sind wenig beeinträchtigt. Ein Viertel der Befragten berichtete über sehr starke psychische und körperliche Veränderungen, bei weiteren 5 Prozent führten diese sogar zur Arbeitsunfähigkeit.

Symptome und Beschwerden in den Wechseljahren

Die Symptome und Beschwerden in den Wechseljahren lassen sich in vegetative Beschwerden, Neurologische Beschwerden und Psychische Beschwerden einteilen.

Vegitative Beschwerden
  • Gewichtszunahme
  • Haut und Haare: Haarausfall oder/und dünnes Haar
  • Haut und Haare: Erschlaffen der Haut
  • Zyklusbeschwerden: Menstruationsschmerzen / heftige Blutungen
  • Zyklusbeschwerden: Unregelmäßige Blutungen
  • Schweißausbrüche & Schwindel
  • Brustbeschwerden: Schmerzen oder Spannungsgefühle in der Brust
  • Harnblasenschwäche: kann zu Inkontinenz führen
  • Harnwegsinfektionen
  • Rheumaartige Beschwerden
  • Herzrasen
  • erhöhtes Krebsrisiko
Neurologische Beschwerden
  • Schlafstörungen
Psychische Beschwerden
  • Stimmungsschwankungen
  • Sexuelle Unlust
Symtome und Beschwerden
Symtome und Beschwerden in den Wechseljahren

Mit den bedrohlichen Beschwerden, der Osteoporose, den Herz-Kreislauferkrankungen und dem Krebs, werden wir uns etwas ausführlicher widmen.

Der Rückgang der Hormonproduktion von Östrogen und Gestagen zeigt sich zunächst vor allem durch unregelmäßige Blutungen. Bei vielen Frauen führt der Hormonmangel später zu klimakterische Beschwerden. Vor allem Hitzewallungen und Schweißausbrüche sind Folgen des Östrogenmangels, der sich auf die Steuerung des Nervensystems auswirkt. Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel sowie Herzrasen sind weitere Symptome, die in den Jahren zwischen 40 und 50 vermehrt auftreten.

Östrogenmangel kann auch zu Scheidentrockenheit führen. Die Vagina kann sich röten, verursacht durch ihre Trockenheit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, ist gereizt, juckt und wird dadurch anfälliger für Verletzungen und Infektionen. Viele Frauen in den Wechseljahren klagen auch über Blasenschwäche, verursacht durch den Elastizitätsverlust der Muskulatur des Beckenbodens und der Blase.

Die Wechseljahre bringen aber auch eine Reihe kosmetischer Probleme mit sich, die beispielsweise die Haut und Harre betreffen. Durch das Sinken des Östrogenspiegels fallen die von jeder Frau in geringen Mengen produzierten männlichen Hormone wie das Testosteron stärker ins Gewicht. Die Folge können ausfallende, dünner werdende Kopfhaare sein. Einige Frauen bemerken, dass Haare an Armen und Beinen, aber auch im Gesicht verstärkt wachsen. Insgesamt kommt es zu einer "Vermännlichung" mit verstärkter Körperbehaarung, Damenbart und zu einem vermehrten Kopfhaarausfall. Haare und Haut werden trockener. Falten und Runzeln entstehen, die Durchblutung nimmt ab. Auch die Schleimhäute von Auge, Nase, Mund und Vagina sind betroffen und reagieren mit Gereiztheit und erhöhter Anfälligkeit für Infekte.

Eine Reihe weiterer Erkrankungen nimmt deutlich mit steigendem Lebensalter zu.

Jede zweite Frau erlebt während ihrer Wechseljahre eine Zunahme ihres Gewichts. Diese Veränderung führt unter Umständen nicht nur zu körperlichem und seelischem Unwohlsein, sondern kann zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Da Östrogen die Gefäße vor Verkalkung schützt, haben Frauen im gebärfähigen Alter nur sehr selten einen Herzinfarkt. Während der Wechseljahre steigt das Infarktrisiko sprunghaft mit sinkendem Östrogenschutz und gleicht sich dem der Männer an.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen über 45 Jahren die mit Abstand häufigste Todesursache

Da nach der Menopause kein Eisprung mehr stattfindet und infolgedessen kein Gelbkörper mehr im Eierstock entsteht, wird auch kein Progesteron (Gelbkörperhormon) mehr gebildet. Obwohl in den Wechseljahren die Produktion der Sexualhormone Östrogen und Progesteron nachlässt, ist es vor allem der Östrogenmangel, der zu schwerwiegenden Spätfolgen wie Osteoporose führen kann. Der in der Perimenopause beginnende Mangel legt die Grundlage für Erkrankungen wie Osteoporose, die sich dann in der Postmenopause manifestieren. Für Frauen mit erhöhtem Osteoporoserisiko können Rücken- und Gelenkschmerzen frühe Warnsignale für eine schwindende Knochendichte sein.

Der veränderte Hormonhaushalt kann auch Auswirkungen auf seelische Empfindungen der Frauen haben. Die Wechseljahre erlangen in einigen Fällen den Status der Identitätskrise, verursachen einen gefühlten Prestigeverlust und stellen den endgültigen Abschied von der Jugend dar. Stimmungsschwankungen von der Depression und Angst über die Gereiztheit und Nervosität bis zur Aggressivität, erhöhter Empfindsamkeit und Verletzbarkeit gehen bei einigen Frauen Hand in Hand. Zusätzlich zu der im Alter nachlassenden Gehirnleistung ist der Alltag einiger Frauen in den Wechseljahren behindert durch Konzentrationsmangel, Leistungsabfall und Lethargie.

Trotz allem besteht in der Reduktion des Hormons im "postreproduktiven" Alter der Frau ein tieferer Sinn. Schließlich agiert die Natur gewöhnlich nicht sinnlos oder gar zufällig.

In den fruchtbaren Jahren ist ein hoher Östrogenspiegel sinnvoll, denn er regelt nicht nur den Eisprung, sondern sorgt auch dafür, dass Frauen den Stress der Kinderaufzucht ohne größere Aggressionsausbrüche überstehen. Er macht demnach nur in einem bestimmten Lebensabschnitt einer Frau Sinn.

Die Reduktion des Östrogens dagegen wirkt Krebs und altersbedingten Krankheiten entgegen. Zwar reduzieren die Eierstöcke die Produktion von Östrogen, schütten aber weiterhin Androgene aus. Diese sind für das Lustgefühl und die sexuelle Erregung zuständig. In der Menopause verdoppelt sich die Produktion der Androgene im Körper.

Da Androgene schwach östrogenartig wirken, sind die Frauen mit ihnen also gerüstet, die sinkende Östrogenproduktion auszugleichen. Die Frau ist also auch nach den Wechseljahren kein Hormonmangelwesen.

Risiken als Folge der Wechseljahre

Osteoporose

Der Östrogenmangel in den Wechseljahren kann beispielsweise zu schwerwiegenden Spätfolgen wie Osteoporose, dem Knochenschwund, führen. Bei dieser Skeletterkrankung ist das Gleichgewicht der Knochenregeneration gestört. Bei Frauen steigt nach der Menopause der Verlust von Knochenmasse, der Knochen wird zunehmend porös (Osteoporose = poröser Knochen).

Vergleich - Knochen ohne und mit Osteoporose
Vergleich - Knochen ohne und mit Osteoporose

Zuvor herrschte in den meisten Fällen ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen dem Abbau alter Knochenmasse und dem Ersetzen durch neu gebildete, was nötig ist, damit der Knochen weiterhin stabil bleibt. Östrogene spielen bei diesem Prozess eine wichtige Rolle, denn sie hemmen die Zellen, die für den Abbau der Knochenmasse zuständig sind. Fehlt das Östrogen nach den Wechseljahren oder nach der Entfernung der Gebärmutter, wird mehr Substanz abgebaut als im Körper aufgebaut wird. Als Folge wird der Knochen porös, verliert an der Fähigkeit, mechanischen Belastungen Stand zu halten und kann schon unter geringen Belastungen brechen. Bei fortgeschrittener Osteoporose treten sogar Spontanbrüche ohne erkennbaren Anlass auf. Besonders häufig betroffen sind der Oberschenkelhalsknochen, die Hüfte, das Handgelenk und der Speichenknochen des Unterarms.

Einer der bedeutendsten Risikofaktoren für das Entstehen einer Osteoporose ist somit im Mangel an Östrogenen zu sehen. 80 Prozent der Osteoporose-Patienten sind Frauen.

Eine Risikogruppe sind somit Frauen nach der Menopause. Weitere Faktoren sind genetische Veranlagung und familiäre Vorbelastung und eine Überfunktion der Schilddrüse. Die Osteoporose wird durch Kalzium- oder Vitamin-D-Mangel, Rauchen, zu viel Alkohol und Koffein, zu wenig Bewegung sowie Magersucht und Ernährungsfehler beschleunigt. Frauen ab dem 40. Lebensjahr sollten einmal im Jahr einen Osteoporose-Check durchführen lassen, weil in diesem Alter der Abbau des Knochens allmählich beginnt und sich kontinuierlich fortsetzt.

Bis merkliche Symptome einer Osteoporose auftreten, ist die Krankheit bereits fortgeschritten. Hinweise können gelegentlich auftretende Rückenschmerzen sein. Sie treten nach einiger Zeit auch als ständige Schmerzen im Sitzen, Stehen oder Liegen auf und sind zunächst nicht genau zu lokalisieren.

Als Folge des Knochenschwundes verkrümmt die Wirbelsäule nach und nach, Wirbelkörper brechen und verformen sich, es bilden sich Rund- oder Hohlrücken, zuweilen auch der so genannte Witwenbuckel. Die schleichende Veränderung im stabilisierenden Knochenbau führt zu Fehlbelastungen von Gelenken, Bändern und Muskeln, diese wiederum zu chronischen Schmerzen. Das quälende Dauerleiden führt letztlich zu erzwungener Unbeweglichkeit und Angst vor weiteren Knochenbrüchen.

Um es gar nicht erst soweit kommen zu lasse, ist eine Früherkennung neben der Prävention enorm wichtig. Auch im frühen Stadium kann Osteoporose mit Hilfe einer Knochendichtemessung diagnostiziert werden. Auch die Computertomographie, Ultraschall, Blut- und Urinwerte dienen zur Diagnose.

Treffen eine Reihe von Risikofaktoren auf eine Frau zu, kann der Einsatz von Medikamenten zur Vorbeugung einer Osteoporose sinnvoll sein. Ob zur Prävention oder als Behandlung einer bereits bestehenden Krankheit: immer müssen individuelle Bedürfnisse und medizinische Gegebenheiten vom Arzt in Betracht gezogen werden.

In Bezug auf die Prävention einer Osteoporose haben mehrere Studien gezeigt, dass sich eine "knochengesunde Ernährung" in Kombination mit regelmäßiger körperlicher Aktivität positiv auf den Knochenstoffwechsel auswirkt.

Wichtiger Bestandteil von Knochen und Zähnen ist Kalzium. Empfohlen wird die tägliche Aufnahme von etwa 1500 Milligramm Kalzium für Frauen nach der Menopause. Damit es eingelagert werden kann, ist Vitamin D nötig.

Vitamin D ist allerdings nur in wenigen Nahrungsmitteln wie Seefisch und Lebertran enthalten. Unter Einfluss von Sonnenlicht kann es der Körper auch selbst bilden. Um die zur Osteoporosevorbeugung erforderliche Menge von 800 bis 1.000 IE (internationalen Einheiten) Vitamin D ohne gefährliches Sonnenbaden zu erreichen, bietet sich nach Absprache mit dem Arzt die Tablettenform an.

Einfacher ist die Versorgung mit genügend Kalzium. Wichtigste Lieferanten sind Milch- und Milchprodukte. Vor allem Käse wie Appenzeller, Emmentaler, Gouda, Butter- oder Bergkäse enthalten viel Kalzium. Zur knochengesunden Ernährung zählen beispielsweise auch Ruccola, Beeren, Fenchel, Grün- und Chinakohl, Tofu, Haselnüsse, Mandeln und Sesam.

Kalziumräuber sind dagegen Nahrungsmittel mit hohem Phospatanteil wie Coca Cola, Wurst, Schweinefleisch, Schmelzkäse, Hefe und Fleischextrakt. Oxalsäure hemmt ebenfalls die Kalziumaufnahme. Deshalb ist bei Lebensmitteln wie Spinat, Rote Beete, Mangold, Rhabarber und Schokolade Vorsicht geboten. Nicht nur in Bezug auf Osteoporose ist natürlich auch beim Alkohol Maß zu halten und aufs Rauchen zu verzichten.

Sport und Bewegung haben eine mehrfach positive Wirkung zur Osteoporoseprävention. Sie regen durch Druck- und Zugbelastung den Stoffwechsel des Knochens an, er steigert seinen Mineralstoffgehalt und wird so stabiler. Geeignete Sportarten sind beispielsweise Wandern, Schwimmen, Radfahren, Gymnastik oder angemessenes Krafttraining. Osteoporose-Patienten sollten sich von ihrem Arzt bei der Wahl ihrer Sportart beraten lassen und mit einer Physiotherapie individuell trainieren. Eine trainierte Muskulatur vermindert das Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden. Koordination, Beweglichkeit und Körpergefühl werden durch Sport gestärkt, so dass Unfall– und Verletzungsgefahr sinken.

Herz- und Kreislaufkrankheiten

Illustration - EKG Herz

Mit dem Erreichen der Wechseljahre steigt die Anzahl der Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Frauen in den Wechseljahren rapide an. Die Zahlen gleichen sich schließlich dem Niveau der männlichen Betroffenen an. Bis zur Menopause wirken die Östrogene als natürlicher Gefäßschutz. Sie sorgen für die Elastizität der Gefäße, beeinflussen die Blutfette günstig und senken den Cholesterinspiegel. Weil sich die Östrogenproduktion in den Wechseljahren verringert, bis sie ganz eingestellt wird, erhöht sich das Risiko von Ablagerungen an den Gefäßwänden.

Die Arterienverkalkung (Arteriosklerose) gilt als die Hauptursache von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Fettreiche Ablagerungen (Plaque) im Inneren der Blutgefäße verengen und verhärten die Arterien und führen so zu Störungen der Durchblutungen. Zudem steigt durch die Anlagerungen die Gefahr einer Thrombose. Lagern sich an den verengten und verhärteten Gefäßwänden einige Blutplättchen (Thrombozyten) an, kann es passieren, dass sie zu einem Pfropf (Thrombus) zusammenklumpen. Wenn sich der Thrombus löst und im Blutstrom mitgetrieben wird, kann er in engeren Gefäßen und Gefäßverzweigungen stecken bleiben. Dann können lebenswichtige Gefäße blockiert werden, es kann sogar zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall kommen.

Erkrankungen von Herz und Kreislauf sind die häufigste Todesursache bei Frauen über 45 Jahren. Zu den Risikofaktoren, die ihre Entstehung fördern, gehören Bluthochdruck, Alkohol, Rauchen, erhöhtes Cholesterin und Fettstoffwechselstörungen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress und Diabetes. Auch Frauen, die in ihrer Familie bereits genetisch vorbelastet sind, sollten besondere Vorsicht walten lassen.

Zur Vorbeugung spielen die Ernährung und regelmäßige Bewegung zum Training der Herz-Kreislaufsystems die wichtigste Rolle. Selbst diejenigen, die erst im Alter von 40 Jahren oder später körperlich aktiv werden, weisen eine 55 Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit auf, kardiovaskuläre Probleme zu bekommen.

Nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr sollten aus Fett stammen. Tierische Fette sind besonders schädlich, denn sie enthalten gesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel steigen lassen. Pflanzliche Fette enthalten dagegen einfach und mehrfach ungesättigte Fette, die den Cholesterinspiegel senken. Sie sind beispielsweise in Makrele, Hering und Lachs, Linolsäure, Walnüssen und Pflanzenölen enthalten.

Der so genannte Rettungsring um Bauch und Rippen ist ungesünder als Fettreserven an Oberschenkeln oder Po. Dennoch sollte sich das Körpergewicht in einem normalen Rahmen bewegen und durch balaststoffreiche, zucker-, kochsalz- und kalorienarme Ernährung gehalten werden.

Bei einer jährlichen Vorsorgeuntersuchung sollten Blutwerte, Blutdruck und eine EKG-Überprüfung anstehen.

Vor allem Ausdauersport ist geeignet, das Herz-Kreislaufsystem anzuregen. Laufen, Walken, Schwimmen oder Radfahren bieten die Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad an die eigene Konstitution anzupassen und langsam zu steigern. Niemand muss einen Marathon laufen können, um körperlich fit zu sein. Zwei- bis dreimal wöchentlich etwa eine Stunde Bewegung reicht aus.

Krebserkrankungen

Nicht ganz so leicht zu geben wie zu anderen Krankheiten sind die Tipps zur Vorbeugung einer Krebserkrankung. Zu wenig ist bekannt über das Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und Risikofaktoren.

Rosa Schleife (Brustkrebs)

Die Tumortherapie hat große Fortschritte gemacht. Wird der Tumor frühzeitig erkannt und behandelt, stehen die Chancen auf eine vollständige Heilung in der Regel gut. Sie haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert. Wichtig ist daher – nicht erst in den Wechseljahren – die regelmäßige Teilnahme an den nötigen Vorsorgeuntersuchungen und das Achten auf Auftreten möglicher Vorzeichen.

Die häufigste, bösartige Krebsart bei Frauen ist der Brustkrebs. Er beginnt zunächst schmerzlos und ist als langsam wachsender Knoten nur bei einer sorgsamen Früherkennungsuntersuchung zu finden. Jeden Monat sollten die Brüste selbst abgetastet werden. Dabei ist das richtige Abtasten wichtig, um das Milchdrüsen- und Brustgewebe in seiner Beschaffenheit kennen zu lernen und Unregelmäßigkeiten abschätzen zu können. Krankenkassen, Ärzte und Gesundheitsorganisationen bieten Broschüren und Anleitungen für die Selbstuntersuchung an.

Beim Blick in den Spiegel sollten Frauen darauf achten, ob sich eines dieser möglichen Vorzeichen zeigt:

  • die Brüste sind anders als früher unterschiedlich groß
  • sie bewegen sich verschieden beim Heben der Arme
  • eine Rötung an der Brust, die nicht mehr abklingt
  • die Haut um eine Brustwarze hat sich verändert oder ist eingezogen
  • eine Brustwarze sondert Flüssigkeit ab

Trifft eine dieser Aussagen zu, sollte zur genauen Untersuchung ein Arzt hinzu gezogen werden.

Der häufigste Krebs, der weiblichen Geschlechtsorgane befällt, war lange Zeit der Gebärmutterhalskrebs. Durch gesteigerte Früherkennung wurde seine Häufigkeit erheblich gesenkt.

Er kann den Gebärmutterhals als Zervixkrebs befallen oder als Korpuskrebs den Körper der Gebärmutter. Der Zervixkrebs tritt bei Frauen ab 50. Jahren gehäuft auf und kann durch einen einfachen Abstrich erkannt werden. Da er auch bei jüngeren Frauen auftritt wird diese Untersuchung ab dem 20. Lebensjahr jährlich empfohlen.

Forschungen haben gezeigt, dass bestimmte Viren die Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses begünstigen können. Diese Papillamaviren (HPV) werden hauptsächlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und doch bietet auch die Verwendung eines Kondoms keinen absoluten Schutz. Derzeit wird an der deutschen Zulassung eines Impfstoffes gegen HPV gearbeitet.

Hinweise auf einen beginnenden Gebärmutterhalskrebs sind Schmierblutungen beim Geschlechtsverkehr, fleischwasserfarbener, leicht süßlich riechender Ausfluss oder Schmerzen im Unter- oder Oberbauch.

Zervixkrebs ist nur durch eine Operation behandlbar, bei der entweder ein Teil oder die ganze Gebärmutter entfernt werden muss.

Etwa 25 von 100.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an Gebärmutterkrebs. Der erste Hinweis auf einen Gebärmutterkrebs ist meist eine Blutung aus der Scheide nach der Menopause. Auch ungewöhnlich starke oder unregelmäßige Blutungen, wehenartige Schmerzen, Schmierblutung oder schwarzbrauner Ausfluss können darauf aufmerksam machen. Mit Ultraschall und Computertomographie kann der Krebsverdacht bestätigt werden. Um bei der Diagnosestellung ganz sicher zu gehen, wird eine Ausschabung der Gebärmutter durchgeführt und das entnommene Gewebe auf Krebs untersucht.

Vor allem nach der Menopause steigt das Risiko, an einem Korpuskrebs zu erkranken, der den Körper der Gebärmutter befällt. Das Risiko steigt bei starkem Übergewicht, Gallensteinen, erhöhtem Blutdruck oder bei Hormontherapie mit Östrogen ohne zugleich Gestagen zu verabreichen.

Zur Therapie wird oft die komplette Entfernung der Gebärmutter mitsamt dem Krebs empfohlen. Auch die Eierstöcke müssen eventuell mit entfernt werden, da der Krebs oft dorthin ausstrahlt. Wenn nach der Operation noch Tumorreste im Körper zurückgeblieben sind, können diese durch eine Strahlentherapie zerstört werden.

Die Heilungsaussichten sind bei frühzeitiger Entfernung des Tumors sehr gut.

Jährlich erkranken 8000 Frauen in Deutschland an Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), im Durchschnitt sind sie 65 Jahre alt. Die Erkrankung tritt insbesondere familiär gehäuft auf und weist somit auf eine genetische Grundlage hin.

Häufig entsteht er aus zunächst gutartigen Geschwülsten, in anderen Fällen ist er von Beginn an ein bösartiger Tumor. Er ist zunächst recht unauffällig und verursacht keine Schmerzen. Bei einer gynäkologischen Untersuchung kann er aber entdeckt werden.

Keine einzelnen Beschwerden, sondern eine spezifische Kombination charakterisiert den "stillen" Krebs. Besonders typisch für die Krebserkrankung ist die Kombination eines angeschwollenen Bauchs in Verbindung mit Verstopfung und Blähungen, Schmerzen im Becken sowie starkem Harndrang. Anzeichen für ein Ovarialkarzinom sind im späteren Stadium Schmerzen oder ein Druckgefühl im Unterbauch, oft auch verbunden mit Unwohlsein und Übelkeit.

Hier schafft eine Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie verbunden mit einer Gewebeuntersuchung Klarheit.

Eierstockkrebs erfordert eine Operation und die anschließende Chemotherapie.

Es sind längst nicht alle Faktoren bekannt, die die Krebsentstehung fördern oder hemmen. Um das Risiko einer Krebserkrankung zu vermindern, sollte ein Aussetzen des Körpers mit kanzerogenen Stoffen wie Strahlung, Feinstaub oder Zigarettenrauch vermieden werden.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zudem eine ausgewogene Vollwertkost und regelmäßige Bewegung.

Risiken der Hormonersatztherapie (HET)

Ansatz der Hormonersatztherapie

In der Hormonersatztherapie werden Gestagene und Östrogene zum Ausgleich des Mangels in den Wechseljahren eingesetzt. Wie bei einem Ausfall der Schilddrüse oder der Bauchspeicheldrüse wird die mangelhafte Produktion durch die entsprechenden Hormone ersetzt. Da er sie nicht mehr selbst herstellt, werden dem Körper die Hormone des Eierstocks therapeutische zugeführt. Da die vielfältigen und oft beeinträchtigenden Symptome hauptsächlich durch diese Hormongruppen verursacht werden, verschwinden die meisten der Beschwerden in vielen Fällen recht schnell. Ist die ideale Hormondosis gefunden, können das körperliche und geistige Wohlbefinden erhalten und verbessert werden. Wird die Therapie rechtzeitig begonnen, beugt sie dem Substandverlust der Knochen vor und schützt damit eine Frau in den mittleren Jahren weitestgehend vor Osteoporose. In Kombination mit gesunder Ernährung und einem Lebensstil, der Bewegung und Entspannung fördert, sinkt das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung deutlich.

Dennoch zeigen Studien, dass der vermeintliche Gewinn mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergehen kann. Es gilt daher genau abzuwägen, ob und welche Hormonersatztherapie in Frage kommt. Ebenso wichtig wie ein Messen des Hormonspiegels ist es, Faktoren wie Ernährung, mentale Fitness, Bewegungsverhalten, Immunsystem, Darmtätigkeit, Sexualität, körperliche Abwehrprozesse und genetisch bedingte Unterschiede in den Umbauprozessen von Hormonen zu berücksichtigen.

Obwohl die Hormonersatztherapie heute umstritten ist und mittlerweile eine Kehrtwende vom großzügigen Einsatz der Hormone stattgefunden hat, wurde sie in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur zur Linderung der Symptome eingesetzt, sondern auch schon vorbeugend und bei leichten Wechseljahrbeschwerden. Für die Frauen, die durch die Stärke der Beschwerden nicht mehr Arbeiten konnten, war die Therapie mit künstlichen Hormonen oft der einzige Weg aus der Arbeitsunfähigkeit.

Sie empfinden die rasche Wirkung der Hormonersatztherapie als Segen. Schnell sind Erfolge spürbar: Beschwerden klingen ab, sind manchmal wie weg gewischt, die hormonelle Regulation sorgt dafür, dass sich der monatliche Zyklus wieder einpendelt, die Hitzewallungen verschwinden fast komplett. Auch seelisch zeigen sich Verbesserungen: die behandelten Frauen berichten davon, sich wieder besser konzentrieren zu können, weniger nervös zu sein und klagen kaum noch über Verstimmungen und Stimmungsschwankungen. Körperlich wird der Einsatz der Hormone auch nach außen sichtbar: Die Haut ist glatter und wirkt wie auch das Haar weniger trocken.

Bei all diesen Erfolgen dürfen aber die Risiken einer Hormonersatztherapie und das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen nicht verschwiegen werden.

Der feine Mechanismus der zwischen Drüsen, Hormonen, ihren Zielorganen und deren Funktionen gebietet es, zunächst umfassende Untersuchungen durchzuführen. Nur so kann auf individuelle Eigenschaften der einzelnen Frauen eingegangen werden. Aufgrund der großen Zahl verschiedener Wirkstoffkombinationen und Darreichungsformen der HET-Präparate kann heute praktisch jede Frau eine Therapie erhalten, die genau auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten ist - bei geringst möglichen Nebenwirkungen. Die nötige Dosis und Ersatztherapie muss auf die erforderlichen Gegebenheiten abgestimmt werden, um Nebenwirkungen möglichst zu vermeiden.

Was können Sie gegen die Symtome & Beschwerden in den Wechseljahren tun?

gelassene Frau in den Wechseljahren
gelassene Frau in den Wechseljahren

Bewegung gegen Wechseljahrbeschwerden

Sport in jeglicher Form sollte unbedingt auf die Liste gehören, denn er stärkt nicht nur das allgemeine Wohlbefinden, sondern schützt auch vor Krankheiten, beispielsweise am Herz-Kreislaufsystem. Gezieltes Beckenbodentraining kann sogar unwillkürlichen Harnabgang und Blasenschwäche lindern.

Bewegung an der frischen Luft ist Fitness für Leib und Seele. Ob Walking, Spazierengehen, Schwimmen oder Yoga: Jede Bewegung ist besser als keine. Seelische Verstimmungen bis hin zu Depressionen lassen sich durch Sport bekämpfen und selbst Schlafstörungen werden durch Sport einige Stunden vor dem Schlafengehen gelindert.

Sport und Bewegung haben eine mehrfach positive Wirkung zur Osteoporoseprävention. Sie regen durch Druck- und Zugbelastung den Stoffwechsel des Knochens an, er steigert seinen Mineralstoffgehalt und wird so stabiler. Geeignete Sportarten sind beispielsweise Wandern, Schwimmen, Radfahren, Gymnastik oder angemessenes Krafttraining. Osteoporose-Patienten sollten sich von ihrem Arzt bei der Wahl ihrer Sportart beraten lassen und mit einer Physiotherapie individuell trainieren.

Eine trainierte Muskulatur vermindert das Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden. Koordination, Beweglichkeit und Körpergefühl werden durch Sport gestärkt, so dass Unfall –und Verletzungsgefahr sinken. Im Fall eines Falles können sich trainierte Menschen leichter abfangen und verletzen sich weniger häufig.

Welche Sportart die richtige ist, hängt immer auch mit den persönlichen Vorlieben zusammen. Wegen der sozialen Kontakte ist aber immer einer Gruppensportart der Vorzug zu geben. Frauen über 60 bevorzugen beispielsweise Gymnastik, Walken oder Schwimmen, Männer geben Radfahren, Kegeln oder Tischtennis den Vorzug.

Wandern, Bergwandern und Walking bieten gutes aerobes Ausdauertraining. Sie sind in der Regel gelenkschonend - bergauf mehr als berab - sollten aber nicht bei großen Gelenkproblemen, wie schweren Arthrosen oder neurologischen Problemen wie Lähmungen ausgeübt werden. Sportmediziner empfehlen den Einsatz von zwei Lauf- oder Walkingstöcken.

Joggen bietet ebenfalls gutes Ausdauertraining, sollte aber vor allem von Ungeübten nie ohne Pulsmesser betrieben werden. Es ist nicht empfehlenswert, wenn bereits Gelenk- oder Rückenprobleme aufgetaucht sind. Für Anfänger ist der Start in einer gleichwertigen Gruppe von Vorteil, denn erfahrungsgemäß ziehen sich mehrere Läufer gegenseitig weiter und sind ehrgeiziger.

Schonendes und doch effektives Kreislauftraining bieten Aqua Jogging, Aquafit und Wassergymnastik. Wichtig sind eine gute Instruktion und das anfängliche Training in der Gruppe als Kurs.

Das Schwimmen ist gutes Training für Kreislauf und Bewegungsapparat. Rückenschwimmen ist ideal bei Rückenproblemen und muskulären Verspannungen. Die Wassertemperatur sollte allerdings nicht unter 20 Grad sein. Ideal sind 25 bis 28 Grad.

Eine beliebte Sportart ist das Radfahren, denn es kann täglich für kleinere Einkäufe und Erledigungen eingesetzt werden. Es trainiert Herz- und Kreislauf und ist so gutes Ausdauertraining. Als Schutz bei Stürzen sind Helm und Handschuhe wichtige Utensilien. Hilfreich ist es auch, wenn ein Fachmann Sattel und Lenker auf die ideale Sitzposition einstellt. Dann kann Radfahren auch bei Hüft- und Knieproblemen eine sportliche Alternative sein. Wetterunabhängig fährt es sich beim Spinning und Indoor-Cycling.

Ob Skilanglauf, Skiwandern oder Inline-Skaten: sie bieten gutes Training für Kreislauf und Bewegungsapparat, aber der richtige Bewegungsablauf ist äußerst wichtig. Zum Erlernen der Technik sind Kurse sehr empfehlenswert. Natürlich darf hier nicht an der Ausrüstung und vor allem an der Sicherheit gespart werden.

Ideales Training für Muskelstärkung auch in sehr hohem Alter bietet das Krafttraining. Es hat auch auf Beweglichkeit, Stoffwechsel und Kreislauf positiven Einfluss, wenn es richtig ausgeführt wird.

Reiten, Rudern und Tennis sind wegen des Verletzungsrisikos nur bedingt geeignet und ungünstig für Neueinsteiger.

Neben dem Sport ist die Entspannung ein wichtiger Punkt. Wo und wie diese Entspannung ihren Raum findet, ist individuell verschieden. Möglichkeiten bieten Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training, die zugleich einen positiven Effekt auf Körper und Psyche ausüben. Wenn Sie voller Elan ihre Ziele verfolgen, muss die entstandene Spannung durch bewusste Entspannung wieder abgebaut werden.

Ernährung gegen Wechseljahrbeschwerden

Eine vollwertige Ernährung mit viel Gemüse und Obst, wenig Fett und Zucker ist in den Wechseljahren wichtiger denn je. Denn mit der nachlassenden Produktion an Östrogenen steigt das Risiko, an Arteriosklerose und Osteoporose zu erkranken.

Wichtig zur Vorbeugung von Osteoporose ist die ausreichende Versorgung mit genügend Kalzium. Wichtigste Lieferanten sind Milch- und Milchprodukte. Vor allem Käse wie Appenzeller, Emmentaler, Gouda, Butter- oder Bergkäse enthalten viel Kalzium. Zur knochengesunden Ernährung zählen beispielsweise auch Ruccola, Beeren, Fenchel, Grün- und Chinakohl, Tofu, Haselnüssen, Mandeln und Sesam. Kalziumräuber sind dagegen Nahrungsmittel mit hohem Phospatanteil wie Coca Cola, Wurst, Schweinefleisch, Schmelzkäse, Hefe und Fleischextrakt. Oxalsäure hemmt ebenfalls die Kalziumaufnahme. Deshalb ist bei Lebensmitteln wie Spinat, Rote Beete, Mangold, Rhabarber und Schokolade Vorsicht geboten.

Einen ganz praktischen Grund kann das Verzichten auf schwer verdauliche Speisen, stark gewürztes Essen, Kaffee, schwarzer Tee und Alkohol haben: sie begünstigen Hitzewallungen und Schwitzen.

Nicht mehr als 30 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr sollten aus Fett stammen. Tierische Fette sind besonders schädlich, denn sie enthalten gesättigte Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel steigen lassen. Pflanzliche Fette enthalten dagegen einfach und mehrfach ungesättigte Fette, die den Cholesterinspiegel senken. Sie sind beispielsweise in Makrele, Hering und Lachs, Linolsäure, Walnüssen und Pflanzenölen enthalten.

Fett macht fett. Deshalb sollten fettreiche Lebensmittel gegen fettärmere Varianten ausgetauscht werden. Die Auflistung auf der Verpackung gibt Hinweise auf versteckte Fette, die sich in Wurst, Käse und Milchprodukten verbergen.

Lightprodukte enthalten oft statt Zucker künstliche Süßstoffe wie Cyclamat, Sacharin oder Aspartam. Darauf sollte verzichtet werden, denn auf die erwartete, aber schließlich nicht folgende Nährstoffzufuhr reagiert der Organismus mit einem vermehrten Hungergefühl.

Sinnvoll ist es, sich an kohlenhydratreichen Lebensmitteln satt zu essen. Das sind beispielsweise Kartoffeln, Nudeln und Reis, Brot und anderen Getreideprodukte. Hierbei ist wichtig zu wissen, dass Fett in Verbindung mit Kohlenhydraten vom Körper verstärkt aufgenommen wird. Statt Pellkartoffeln mit Sahnehering also lieber Pellkartoffeln mit magerem Kräuterquark essen.

Der so genannte Rettungsring um Bauch und Rippen ist ungesünder als Fettreserven an Oberschenkeln oder Po. Dennoch sollte sich das Körpergewicht in einem normalen Rahmen bewegen und durch ballaststoffreiche, zucker-, kochsalz- und kalorienarme Ernährung gehalten werden. Je älter man wird, umso mehr sinkt die täglich benötigte Kalorienmenge. Deshalb klagen viele Frauen in den Wechseljahren über Gewichtszunahme, obwohl sie nicht mehr oder anders essen als früher.

Obst und Gemüse enthalten kaum Kalorien und liefern wichtige Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, die der Körper mit zunehmendem Alter schlechter abbauen kann und deshalb vermehrt braucht.

Auch wenn es manchmal schwer fällt: zwei Liter Flüssigkeit am Tag sind das Minimum. Statt Kaffee oder Limonade sind Mineralwasser mit hohem Kalziumgehalt, Schorlen mit wenig Saft, Früchte- und Kräutertees die bessere Alternative.

Nulldiäten sind absolut tabu. Wer langsam und mit regelmäßigen Mahlzeiten abnimmt, erspart sich nicht nur den Heißhunger, sondern auch den Jojo-Effekt. Ein realistisches und gesundes Ziel ist ein halbes Kilo pro Woche abzunehmen.

Zur Behandlung von Beschwerden in den Wechseljahren werden vor allem Phytoöstogene eingesetzt. Sie sollen dienen zur Vorbeugung und Abschwächung von Hitzewellen, als Prävention von Osteoporose und Arteriosklerose sowie um das Krebsrisiko zu senken. Da einige Lebensmittel einen natürlichen Anteil an Phytoöstrogenen erhalten, sollten sie stärker in den Speiseplan integriert werden.

Die pflanzlichen Substanzen Isoflavon und Ligan sind als Phytoöstrogene bekannt. Sie sind vor allem enthalten in Hülsenfrüchte wie der Sojabohne. Eine Vielzahl an leckeren, fleischlosen Produkten bieten Öko- und Bioläden, etwa Hackfleischersatzaus Soja. Vegetarier und Menschen, die viele Vollkornprodukte, Beeren, Leinsaat und Sesamsaat verzehren, weisen die höchsten Phytoöstrogenwerte auf und leiden seltener an Brust-, Darm- oder Prostatakrebs. Eine leicht östrogenartige Wirkung haben auch Bioflavonoide, wie sie in Buchweizensprossen, Cashew- und Erdnüssen, Leinsamen, Hafer, Mais, Weizen, Äpfeln, Mandel oder der weißen Schicht von Zitrusfrüchten zu finden sind.

Hautpflege gegen Wechseljahrbeschwerden

Um sich auch in den Wechseljahren wohl in seiner Haut zu fühlen, bedarf es einer besonderen Pflege. Die Haut wird durch den normalen Alterungsprozess und den Östrogenmangel trockener, dünner und empfindlicher, die Durchblutung geht zurück. Der Kollagengehalt nimmt ab, die Haut verliert an Spannkraft. Ausgedehnte Sonnenbäder, Rauchen und Luftverschmutzung setzen ihr zu.

Aktive Frauen, die sich gesund und vollwertig ernähren, die mit sich selbst im Reinen sind, strahlen dies auch über ihre Haut aus. Es heißt zu Recht, die Haut sei der Spiegel der Seele.

Aber auch ein Spiegel muss gepflegt und richtig gereinigt werden. Für die reife Haut ist bei der Reinigung besonders wichtig, dass sie durch alkoholhaltiges Gesichtswasser nicht zusätzlich ausgetrocknet wird. Sie blüht nach dem Reinigen mit milden Lotionen, Reinigungsmilch oder unparfümierter Seife auf. Nach dem Reinigen braucht die Haut Nährstoffe, Fett und Feuchtigkeit, um ihre Reserven wieder aufzufüllen.

Zur Pflege spendet eine Öl-in-Wasser-Emulsion tagsüber Feuchtigkeit. Das kann eine Tagescreme, Kühlcreme oder Lotion sein. Die Wasser-in-Öl-Emulsion eignet sich vor allem, um der Haut ihre schützende Fettschicht zurückzugeben. Diese Emulsion wird im Handel meist als Nachtcreme, Salbe oder Fettcreme angeboten. Für die dünne und empfindliche Haut um die Augen ist eine spezielle Pflege nötig. Antifaltencremes können hier sowie im restlichen Gesicht, an Hals und Dekolleté oberflächliche Fältchen etwas glätten. Mit Feuchtigkeitslotionen sollte die Haut nach dem Duschen oder Baden komplett eingecremt werden.

In der tief sitzenden Lederhaut bilden sich mit den Jahren Falten, verursacht durch den Mangel an Kollagen. In Cremes wirkt Kollagen allerdings nur auf der Hautoberfläche und auch Liposome können nicht bis zur Lederhaut vordringen. Liposome und Nanosome sind winzige Kügelchen aus Fett, deren Innenraum mit Wirkstoffen wie Vitamin A (Retinol) und E gefüllt sein kann. Sie dringen in die Haut ein und stärken sie so in der obersten Hornschicht.

Ceramide in Kosmetikprodukten glätten die Haut oberflächlich. Die für die Schönheit der Haut wichtigen Vitamine A, E und C wirken auch durch Pflegecremes auf der Haut. Sie unterstützen die Zellerneuerung und schützen als Antioxidantien vor schädlichen Einflüssen wie Abgasen und Ozon. Nicht vernachlässigt werden dürfen auch UV-Filter in der Tagescreme.

Fruchtsäuren (AHA-Säuren) in niedrigen Dosen haben auf die Haut einen Peelingeffekt. Abgestorbene Zellen lösen sich ab und die Haut regeneriert. Allerdings können sie auch zu Hautreizungen führen. Speziell zur Pflege der Haut nach den Wechseljahren haben Kosmetikhersteller Cremes mit Phytohormonen aus Soja oder Traubensilberkerze entwickelt. Diese entfalten östrogenähnliche Wirkungen und regen den Aufbau des Kollagens im Bindegewebe sowie die Produktion der Talgdrüsen an. Bis sich sichtbare Erfolge einstellen, vergehen mindestens vier Wochen.

Liposomen, Glyzerin oder Aloe vera erhöhen das Feuchthaltevermögen der Haut, lassen sie praller und glatter erscheinen. Hyaluronsäure ist ein wesentlicher Bestandteil des Bindegewebes und wirkt feuchtigkeitsbindend und transportierend. Pflegeprodukte mit Hyaluronsäure sind deshalb besonders gut für reife, trockene Haut geeignet.

Liebe & Sexualität verbessern

Nicht das Alter oder gar die Menopause selbst sind der Grund dafür, wenn die Lust auf und an der Liebe nachlässt. Oft sind es äußere Umstände, die das Befinden so stören, dass die Lust daran vergeht. Diese Umstände können beispielsweise Veränderungen und Stress in Familie und Beruf sein, aber auch körperlicher Natur.

Durch den sinkenden Östrogenspiegel wird die Haut auch an der Scheide dünner, trockener, schlechter durchblutet und zunehmend empfindlich. Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Juckreiz und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen sind die Folgen. 3 von 10 Frauen leiden in der Perimenopause unter trockener Scheide.

Schnelle Hilfe bringen hormonfreie Gleitmittel (beispielsweise Gynomunal Vaginalgel) auf Wasserbasis. Auch östrogenhaltige Cremes, Zäpfchen oder Vaginalgele, die in die Scheide eingeführt werden und dort ihre Wirkung entfalten erleichtern den Geschlechtsverkehr, wenn die natürliche Feuchte nicht mehr ausreicht.

Einige Frauen fühlen sich auch durch Blasenschwäche im Ausleben ihrer Lust gehemmt. Verursacht wird das unfreiwillige Verlieren von Urin durch das Erschlaffen der Blasen- und Beckenbodenmuskulatur. Gezielte Gymnastik kann diese Muskeln stärken und gibt die Kontrolle ein Stück weit zurück. Bei Inkontinenz gibt es zudem eine Reihe an ärztlichen Behandlungsmöglichkeiten.

Zudem sollte mit einem Arzt auch über die Möglichkeiten der Empfängnisverhütung gesprochen werden, wenn die Blutungen nur noch sporadisch auftreten oder noch nicht klar ist, ob die Menopause als letzte Blutung bereits erfolgt ist.

Bei anderen Problemen im Liebesleben kommt es dagegen auf die Partner an. Sind Erotik und Begehren im Laufe der Zeit verloren gegangen, kann das unterschiedliche Gründe haben. Für einige hat sich Qualität der Beziehung verändert und Sex ist in den Hintergrund getreten. Jedoch ist es nicht so, dass Lust automatisch und unbedingt mit dem Alter abnimmt oder gar abnehmen muss.

Bei Frauen steigt bis zum 35. Lebensjahr das sexuelle Interesse an und bleibt dann lange auf diesem Niveau. Umfragen zeigen, dass über ein Drittel der Frauen zwischen 60 und 80 Jahre Sex haben, das Interesse daran ist sicherlich wesentlich größer, denn auch die Selbstbefriedigung hat bei diesen Frauen großen Stellenwert.

In einer Partnerschaft sind kritische Gedanken wie "Bin ich noch attraktiv genug?" oder "Will er vielleicht eine Jüngere?" oft nicht nur unangebracht, sondern hemmen die Lust und wirken wie Ballast auf der Seele. Beweisen Sie einander ihre Liebe täglich neu, schaffen Sie gemeinsame Rituale wie das Baden bei Kerzenschein oder eine gegenseitige Massage. Fällt das Besinnen auf die Liebe zueinander sehr schwer und stören Kommunikationsschwierigkeiten das Verstehen des Partners, kann eine Paartherapie Klarheit bringen.

Es gibt keine allgemein gültigen Regeln. Letztlich muss jeder Mensch seine Wünsche, Träume und Bedürfnisse selbst erkennen und versuchen, sich diese zu erfüllen. Die Möglichkeit zur Kommunikation und die Offenheit anderen und sich selbst gegenüber ist ein, wenn sich sogar das wichtigste Mittel, um ein erfülltes Liebesleben zu haben. Eine wichtige Voraussetzung für ein erfülltes Sexualleben ist der Abbau der Schamgefühle dem eigenen Körper gegenüber.

Außerdem sollte man sich beim Ausleben seiner Sexualität keine Leistungszwänge auferlegen. Stattdessen sollte nach den Wechseljahren das Motto gelten: Qualität statt Quantität. Befreit von den Zwängen hat man nach Beendigung der Berufstätigkeit alle Zeit der Welt, Qualität ins eigene Sexualleben zu bringen.

5.0

Previous Post Next Post